Meine ersten drei Monate auf der Anästhesie – ein Erfahrungsbericht

Aktualisiert: 23. Jan.

Im Februar hatte ich die Chance, frisch ab Staatsexamen im Unispital Basel als Assistenzärztin auf der Anästhesie anzufangen. Ich hatte bereits als Unterassistentin dort gearbeitet, der Einstieg war trotzdem alles andere als langweilig. Lest hier über meine Erlebnisse im Land der Träume.


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Der erste Tag startete mit den üblichen administrativen Tätigkeiten: Begrüssung, dank Corona abgekürzt, dann Aufteilen je nach Departement, Badge erstellen, Schlüssel entgegennehmen und gefühlt hundert Autogramme unter Quittungen und Bestätigungen schreiben. Den Nachmittag hatten die anderen neuen Assistenzärzt*innen und ich zur Verfügung, um uns diversen Online-Schulungen über das Computerprogramm zu widmen. Die nächsten fünf Tage waren gefolgt von der Einführungswoche. Weitere Schulungen, zum Beispiel über Cobra, das Anästhesie-Programm, mit dem die Narkose digital überwacht wird oder die Hygiene-Richtlinien. Hinzu kamen Gespräche mit dem Chefarzt und Co-Chefarzt, bei denen auch unsere Ausbildungsziele, Rotationswünsche und Fragen geklärt wurden.


Da ich frisch ab Staatsexamen angefangen hatte, wurde aus meiner Einführungswoche ein ganzer Monat. Jeden Tag folgte ich wie ein Schatten einer anderen Anästhesie-Pflegekraft. Das Anästhesie-Team im Unispital Basel besteht in der Regel aus einer Anästhesie-Pflege, einem*r Assistenzärzt*in und einem*r Oberärzt*in, der bzw. die aber oft für mehr als einen Saal zuständig ist.

Während ich in den ersten Tagen noch nicht so viel gemacht habe und mehr zuschauen durfte, wurde mir im Laufe der Zeit immer mehr zugetraut, aber auch mehr erwartet. Selbstständig intubieren, ein- und ausleiten helfen, aber schliesslich auch alleine die Narkose führen – allen war klar, dass ich es in wenigen Tagen können muss. Natürlich sind alle super lieb gewesen und man durfte jederzeit alles fragen. Das hat mir persönlich den Einstieg enorm erleichtert. Und trotzdem war neben Vorfreude auch ein leicht mulmiges Gefühl dabei, wie Lampenfieber, als ich das erste Mal meinen Namen im OP-Programm geschrieben sah und wusste, dass von mir jetzt mindestens hundert Prozent erwartet werden. Zu den Tätigkeiten in den ersten Wochen gehörten in erster Linie das präoperative Aufklären der Patient*innen und ihre intraoperative Betreuung. Dafür war ich jeweils vormittags im Operationssaal eingeteilt und meldete mich nachmittags auf der PAS (präoperative Anästhesie-Sprechstunde) bzw. ging auf Station um Patient*innen, die nicht mobil waren, dort zu sehen. Dienste, konkret Spätdienste und Wochenend-Pikett hatte ich erst ab Woche zwölf. Wovon ich meiner Meinung nach am meisten profitierte: die vielen «Privatstunden» mit diversen Oberärzt*innen aber auch die langen Gespräche mit anderen Assistent*innen und natürlich der Pflege! Hier nahm mich einer zur Seite und sprach jedes Medikament im Anästhesie-Wagen, den wir immer dabeihaben, durch. Dort übte eine Oberärztin mit mir am Model, wie man Spinalanästhesien sticht. Wenn ich zurückschaue bin ich unglaublich dankbar für die Geduld, die mir in den vergangenen Wochen entgegengebracht wurde und auch ein kleines bisschen stolz darauf, wie viel ich lernen konnte. Bis zum nächsten Mal, träumt was Schönes! Eure Ann-Kathrin

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